Montag, 24. November 2014

Auswärtssieg!

Am Wochenende waren Lasse und ich einer völlig neuen Situation ausgesetzt. Unsere Mannschaft hatte sich selbst ein Fußballspiel im Nachbarort organisiert und die Jungs wollten ihre Coaches natürlich dabei haben. Problem war bloß, dass unser Auto nun schon ein paar Wochen in der Reperatur ist und der Ort etwa 10 Kilometer entfernt liegt. So haben wir den Plan geschmiedet eine kleine Wanderung nach Ilitha zu unternehmen. Unsere Jungs holten uns am Samstagmorgen ab und mit der ganzen Truppe ging es dann mit etwas Proviant los.





Als wir unser erstes Spiel klar mit 5:1 gewannen, fand sich noch ein zweites Team auf dem Platz ein und wollte sich mit uns messen. Da wir alle noch nicht so richtig genug hatten, spielten wir also noch ein zweites Spiel. Auch dieses Spiel gewannen wir mit 3:2. Mittlerweile hatte sich noch ein drittes Team bereitgemacht, doch weil die Kräfte bei uns wie bei den Spielern nachließen, traten wir unserern Heimweg an. Als wir endlich wieder das Stadtschild Berlins erblickten waren alle sehr erschöpft und zufrieden.


Halloween

Da Halloween hier in Südafrika nicht so wirklich gefeiert wird, haben wir uns ein paar der Kinder eingeladen und Kürbisse geschnitzt. Nachdem die sehr schönen Modelle fertiggestellt waren, gab es noch eine kleine Hausparty, bei der zu afrikanischer Tanzmusik das Tanzbein geschwungen wurde und unsere Wohnung ordentlich auf den Kopf gestellt wurde.




Dienstag, 18. November 2014

Spontan Roadtrip

In unseren ersten Schulferien ging es für Lasse, Timo, Steffen und mich los auf unseren ersten gemeinsamen Roadtrip. Mit ein wenig Verspätung sind wir Montags in Richtung Durban losgefahren. Nach einer langen und lustigen Autofahrt, mit einigen Pausen und Umwegen, erreichten wir um 1 Uhr nachts die Innenstadt Durbans. Um unseren Geldbeutel und unsere Geduld zu schonen, haben wir kurzerhand die Suche nach einem Backpackers (billige Hotels extra für Rucksacktouristen) aufgegeben und in unserem Auto an einer Tankstelle übernachtet. Nach einer sehr engen und kurzen Nacht (kein Wunder im Hyundai i10, dem kleinsten Auto der Autovermietung :-D) wurden wir aufgeweckt durch den Lärm des Verkehrs und der Tankstellenmusik. Gut gelaunt und voller Motivation haben wir uns dann schon um fünf Uhr morgens auf den Weg zum Moses Madiba Stadion gemacht. Nach einem deftigen Frühstück ging es mit dem Skycar (Seilbahn) auf die höchste Stelle des Stadionbogens, von wo man eine wunderbare Aussicht über ganz Durban erleben konnte.



Nach ein paar angenehmen Stunden am Strand und dem Einkauf für den Abend, haben wir uns auf die Suche nach dem Tekweni Backpackers gemacht. Die Suche zog sich, da alle Handyakkus leer waren und wir uns deshalb durchfragen mussten. Endlich angekommen hatten wir dann noch einen gemütlichen Abend mit Musik und Billiardtisch. Am nächsten Morgen fuhren wir zum Hare Krishna Tempel (dem größten Tempel der Südhalbkugel), etwas außerhalb Durbans. Dort haben wir uns dann auch gleich einer Führung angeschlossen. Das Ganze mutierte dann jedoch eher zu einer Art Bekehrungsstunde. Wir konnten uns es natürlich nicht nehmen lassen ein Erinnerungsbild mit dem  Mönch, der die Führung (oder Bekehrung :-D) geleitet hat, zu schießen.


Am selbigen Tag ging die Reise weiter in Richtung Drackensberge. Nach kurzem Halt bei den Howick Falls kamen wir Abends in dem wunderschönen Backpackers in den Drackensbergen an. Am Tag darauf wollten wir auf eigene Faust das Amphietheater besteigen. Es scheiterte jedoch schon bei der Suche, sodass wir irgendwann auf Straßen fuhren, die eher weniger für unser Auto geeignet waren und wir den nächstbesten Berg bestiegen. Wir machten uns den Aufstieg spannender
durch Spiele wie die Steinroll- Meisterschaft (Welcher Stein am weitesten den steilen Abhang runterrollt) oder Steinschleuder Wettschießen.

Von 2500 Höhenmetern ging es den nächsten Morgen nach gelungener Suche dann los auf den Weg zum Gipfel des Amphietheaters.


Nach 20 Minuten machten wir fast schon wieder kehrt, als wir einer Herde Pavianen begegneten, die gemütlich auf dem Wanderweg pausierte. Durch die Größe und die langen Zähne der Tiere eingeschüchtert, warteten wir erstmal ab. Nach langer Diskussion entschieden wir uns dann doch unsere Wanderung fortzusetzen. Sehr langsam und eng beieinander schlichen wir an den Affen vorbei und alles verlief ohne Probleme.


Mehrere Engstellen und sehr steile Anstiege waren noch zu überwinden, aber um 1 Uhr nachmittags erreichten wir endlich das Plateau des Amphietheaters auf 3100 Metern Höhe.




Der Abstieg wurde zur erneuten Herausforderung für uns. 20 Meter lange Strickleitern galt es zu bezwingen. Wir alle waren froh als wir wieder festen Boden unter unseren Füßen spürten. Auf dem restlichen Weg begegneten uns noch einige andere Tiere wie z.B. Springböcke, Murmeltiere und Eidechsen.


Auf dem Weg nach Bloemfontain kam uns dann noch die Idee ein Löwenresort zu besuchen. So hatten wir vier die erste Begegnung mit sechs kleinen Löwenbabys und durften mit ihnen schmusen, Fotos schießen und spielen.


Abends auf der Suche nach einem Backpackers in Bloemfontain sind wir in eine kleine Hausparty reingestolpert und wurden sofort dazu überredet reinzukommen. Der Abend wurde zu einem der besten in Südafrika und wir bekamen einiges von der südafrikanischen Gastfreundschaft zu spüren. Am Tag darauf ging es für uns dann wieder nach Berlin.




Dies war bisher die spannenste, aufregenste und lustigste Woche in Südafrika!


Sonntag, 2. November 2014

48h Spinathon

Am Wochenende vom 03.10.-05.10. fand der 48h Spinathon an. Dies ist eine Wohltätigkeitsveranstaltung, bei der Spenden für das East London Child and Youth Care Center gesammelt werden. Man spendet indem man dafür bezahlt ein Stunde auf dem Spinningbike zu fahren. Vorallem Brett (unser Ansprechpartner hier in Südafrika) lebt für die Veranstaltung und hat die letzten Jahre die Meisterleistung erbracht 48 Stunden auf dem Spinningbike durchzufahren. Dieses Jahr konnten wir dieses Spektakel leider wegen gesundheitlicher Probleme nicht miterleben. Zu dieser Veranstaltung sind alle 34 Frewilligen aus Südafrika angereist und haben geholfen Getränke und kleine Snacks zu verteilen und haben ordentlich Stimmung gemacht. 
Wir als WG hatten uns vorgenommen zusammen 48 Stunden zu fahren, also jeder 8. Dieses Ziel haben wir am Ende auch noch erreichen können.


Montag, 13. Oktober 2014

Umzug

Am 1. diesen Monats ist unsere WG in ein neues Haus umgezogen. Dieses ist um einiges westlicher, größer, moderner und verfügt über eine große Doppelgarage, was uns allen sehr gefällt. Allerdings hatte ich die Befürchtung, dass nun kaum noch Kinder zu unserem Haus kommen können, da der Weg zu weit wäre. Damit wäre ihnen nicht nur ihre alltägliche Freizeitbeschäftigung genommen worden, sondern uns auch ein großen Vorteil den wir gegenüber anderen Einsatzstellen haben (die meisten Voluntäre wohnen in westlicheren Gebieten und wohnen so weit entfernt von den Einsatzstellen), einen kurzen Schulweg und eine noch engere Bindung zu den Kindern. Es hat sich jedoch herausgestellt, dass selbst hier Kinder kommen um mit uns zu spielen, zwar lange nicht so viele wie vorher, aber immerhin. Somit sind wir doch alle ziemlich zufrieden mit dem Umzug und richten uns langsam richtig ein.

Am Tag vor unserem Umzug sind Lasse und ich mit ein paar Kindern losgezogen, haben einige Kisten voll Holz gesammelt und Stockbrotstöcker geschnitzt. Denn wir als WG wollten uns irgendwie von unseren Kindern des Townships, die fast jeden Tag vor unserem Haus verbracht haben, verabschieden und haben uns dann auf ein Lagerfeuer mit Stockbrot geeinigt. Dies wurde auch super angenommen. So saßen wir noch lange zusammen, die Kinder tanzten und sangen und der Saft, die Orangen, die wir zurecht geschnitten hatten und das Stockbrot waren weg in Null Komma Nix.
Emihle beim Stockbrotessen


Der Umzug an sich war um einiges stressiger als wir uns das vorgestellt hatten. Wir haben zwar morgens schon angefangen, aber wir wurden dann doch immer wieder von irgendwelchen Sachen überrascht, die doch noch mit mussten. Sehr erfreut waren wir über die Hilfe von Bongo, der unser bester Freund hier ist. Er half bis zum bitteren Ende. :-D So saßen wir dann erst am späten Abend zusammen am Braai bei unserem neuen Haus und waren erschöpft.

Die ganze Truppe vor unserem alten Haus
Beim Einrichten wurden wir wieder mal von der tollen Community in Berlin überrascht. Uns fehlten nämlich noch einige Möbel. Diese Möbel wollten wir dann einfach mal selber bauen mit möglichst wenig Geld natürlich. Also haben wir uns auf Materialsuche begeben und im Baumarkt bei uns um die Ecke angefangen. Wir stellten uns dem Besitzer vor und fragten nach einigen kaputten Paletten, die wir vielleicht günstig übernehmen könnten. Der Besitzer war sehr freundlich und wollte gerne helfen, doch leider hatte er gerade alle kaputten Paletten zum reparieren wegfahren lassen. Er schickte uns weiter zum Supermarkt und zur örtlichen Fleischerei. Der Besitzer vom Supermarkt war dann so nett uns einige kaputte Paletten zur Verfügung zu stellen.  Sein engster Mitarbeiter hatte auch mitgehört und hat uns gleich auch noch einige Deko und alte Möbelstücke, für die er keine Verwendung mehr hatte, mitgegeben. So wurde unser neues Haus immer wohnlicher und unsere Garage mutierte kurzerhand zum Heimwerkertraum.

Montag, 18. August 2014

Alltag

So langsam kehrt Alltag in Berlin City ein. Die Sportstunden laufen immer souveräner ab und die Kinder haben sich nun auch größtenteils an uns gewöhnt. Katharina und ich haben sogar schon unseren ersten Liebesbrief überreicht bekommen. Als Nachmittagsprojekt haben Katharina und ich die Volleyballmannschaft von Lennart und Jamila übernommen.
Das Volleyballteam
 Außerdem habe ich begonnen das U15 Fußballteam zu coachen und bin froh darüber meinen Lieblingssport hier weiter zu vermitteln. Um fit zu bleiben haben wir Jungs mit dem täglichen "7-Minuten Training" begonnen, trotzdem haben wir alle schon zugenommen. :-D
Workout in Berlin
Dies könnte vielleicht am häufigen Braaien (Grillen) an unserem heimischen Grill liegen. Weil unser Haus einem Kindergarten gleicht, durch die vielen Kinder in unserer Umgebung, die gerne ihren Nachmittag bei uns vor dem Haus verbringen, wird auch viel unserer Freizeit von den Kindern bestimmt. Schon morgens klopft es an unserer Tür und es wird nach Bällen oder sonstigen Spielsachen gefragt.
Mit Junior und Sunshine in unserem Vorgarten
 Am Abend zieht es uns entweder ins Hotel, den örtlichen kleinen Club mit afrikanischer Tanzmusik oder wir beschäftigen uns mit Gesellschaftsspielen aller Art.
Euer Christoph   

Erste Eindrücke

Hey Guys,
die ersten zehn Tage sind um und ich lebe noch!

Am letzten Freitag (1. August) ist der Flieger endlich gelandet auf dem Airport von East London, wo wir freudig empfangen wurden von Brett und Lars (unsere Koordinatoren hier in SA) und den Freiwilligen aus dem Vorjahr. In unserem Fall war dies Samuel, der witzigerweise aus dem gleichen kleinen Ort in der Nähe von Bremen stammt wie ich. Zusammen wurde dann unser Auto für das nächste Jahr mit dem ganzen Gepäck beladen und natürlich passierte das wie immer wenn man ankommt bei stömendem Regen. Weil Samuel meinte, dass er lieber noch einen Jungen dabei hätte für den Fall einer Reifenpanne, bin ich dann zu ihm ins Auto gestiegen und wir haben uns auf den Weg gemacht in das etwa 40 Kilometer entfernte Berlin. Berlin ist eine kleine Stadt (ca. 20.000 Einwohner), Größtenteils ein Township und unser Haus liegt so ziemlich in der Mitte. Abends gab es dann noch eine Willkommensparty für die neuen Freiwilligen im Haus von Lars, wo neue und alte Freiwillige sich ein erstes Mal richtig kennenlernen konnten.
Am nächsten Morgen ging es für uns neue Freiwillige sofort richtig los. Die alten Freiwilligen (Jamila, Lennart, Luisa und Samuel) hatten nämlich einen Abschieds- Sport- Day an meiner neuen Schule, der Nkosinathi Primary School, organisiert, wo unsere helfende Hand gerne in Anspruch genommen wurde. Wir wurden sehr herzlich von Lehrerschaft und den Kindern in Empfang genommen und hatten eine Menge Spaß. Am Abend gab es noch eine Verabschiedungsfeier der alten Freiwilligen, wo wir viele neuen Leute des Ortes kennenlernen durften.
Footballgame beim Sportsday der Nkosinthi  Primary School
Sonntagmorgen ging es dann mit allen in die St. Cathrine Church. Dort erlebten wir das erste Mal einen traditionellen Gottesdienst und wurden der anwesenden Gemeinde und dem Priester vorgestellt. Darauf sind wir wegen des guten Wetters nach East London an den Strand gefahren und haben einige Runden Volleyball gespielt.
Montag sind Katharina, Jamila, Lennart und ich dann zusammen zu deren Farewell Veranstaltung an unserer Schule gegangen. Jamila und Lennart wurden mit traditionellen Kleidern ausgestattet und dann mit mehreren Tänzen, Gesängen und Reden verabschiedet. Abends gab es dann noch eine gemütliche Abschiedsrunde mit Spielen jeglicher Art. :-D
Dienstag war der Abflugtag der alten Freiwilligen und es wurde hektisch gepackt. Nach unserer Verabschiedung haben Timo und Steffen sie dann zum Flughafen gefahren. (An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an die Vier! Sie haben uns hier wirklich viel hinterlassen, so dass uns der Start hier sehr erleichtert wurde. Außerdem hatten wir echt ein paar tolle Tage zusammen!) Für Katharina und mich war dies gleichzeitig unser erster richtiger Schultag, der gut geklappt hat und deshalb zu meinem Erstaunen ziemlich entspannt war.
One of the first Sportlessons
Etwas stressiger wurde das Ganze dann am nächsten Morgen. Die erste Klasse ist zwar echt süß, hört aber eher schlecht und versteht Englisch auch nicht so ganz. Nachmittags haben wir dann die Volleyballmannschaft trainiert und haben danach gefühlt mit allen Kindern des Townships eine Runde gejoggt.
Donnerstag sind wir Jungs alle zum Football Game der Berlin Primary School nach East London gefahren und haben die Mannschaft von Timo und Steffen gecoacht und angefeuert, leider nicht ganz erfolgreich. :-D
Am Freitag nach der Schule hat sich die Berlin-WG auf den Weg nach East London gemacht, um die anderen Freiwilligen dort zu besuchen. Abends gabs dann eine kleine Party im East London Hauptquartier.
Samstag ging es dann an den Nahoon Beach, wo wir das erste Mal im Meer geschwommen sind und die Dünen erkundet haben. Zum Essen und zur Beschäftigung ging es dann gemeinsam in die riesige Hemmingway Mall. Danach ging es nach Berlin zurück, wo wir Jungs uns es nicht nehmen lassen haben noch im Hotel (Club) vorbeizuschauen um ein paar Leute zu treffen.
Früh am Morgen wurden wir dann sehr unschön geweckt. Es regnete sehr stark und da unser Haus etwas tiefer liegt als das ganze Township lief uns das Wasser ziemlich schnell ins Haus. Im Regen wurden dann Barrieren gebaut, um das Wasser umzuleiten. Den Rest des Tages waren wir dann mit Saubermachen beschäftigt.
Apokalypse

Ich hoffe ich kann mich bald wieder melden, doch mit dem Internet ist das so eine Sache. :-D
Viele Grüße
Euer Christoph